Mein Glaube geht kaputt
Ich habe als Kind geglaubt, dass Beamte arbeiten, dass Doofe eigentlich doch schlau sind, dass Politiker Versprechen halten, dass der Sozialstaat Arm und Reich gleichbehandelt, dass die Kirchen ein Funkhaus zu Gott sind, dass die Armen nur deshalb verhungern, weil wir nicht helfen können, dass es einen Menschen auf diesem Planeten geben muss, der alle deutschen Steuergesetze kennt und richtig anwenden kann, dass dies überhaupt ohne die Erschaffung eines schwarzen Loches durch die Konklusion unzähliger Paradoxa möglich wäre, dass man bei einer Behörde ohne Stempel und Durchschlag auskommt.
Von diesem Glauben habe ich zusammen mit meinen erstem Milchzähnen verabschiedet.
Als Erwachsender habe ich geglaubt, dass meine Mitarbeiter durchaus mehr können als putzen, dass Richter keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen, dass Bochumer Beamte ein Interesse an einer florierenden Firmenlandschaft haben.
Diesen Glauben habe ich in dieser Woche zu Grabe getragen. Ein Bochumer Amtsrichter, der im Urteil einräumt, dass die Handwerksfirma den Dreck hätte verhindern müssen als Sie uns eine neue Ladentür (Kostenpunkt 4000 Euro) eingebaut hat, aber uns gleichzeitig keinen Anspruch auf Schadensersatz (von uns beantragte 100 Euro) zusteht, da unsere 2 Mitarbeiter jeweils 4 Stunden ja nichts anderes hätten tun können, als putzen. Also, wer putzt bleibt schadensfrei. Ein prima Konjunkturkonzept. Hallo Opel! Hallo Real Estate! Hallo Postbank! Ihr müsst keine Milliardenhilfen in Anspruch nehmen, ihr müsst keine Mitarbeiter entlassen! Lasst eure Mitarbeiter einfach putzen. Damit entsteht kein Schaden und alles wird gut. Wir haben das schriftlich und zwar im Namen des Volkes. Ein offensichtlich sehr reinliches Volk.
Es wird zunehmend eng auf meinem Glaubensfriedhof. Da kommt ein Brief ins Haus geflattert. Die Stadt Bochum droht uns mit einem Bußgeld. Wir hatten versäumt unseren Umzug (zwei Blocks weiter) beim Gewerbeamt zu melden. Unwissenheit schützt vor Bußgeld nicht. Aber wem hilft das? Doch nur der Stadtkasse. Aber die Stadt jammert, wenn wir kleinen Unternehmen alle abwandern oder pleite gehen. Paradox, schwarzes Loch, aus.
Viel Glaube ist nicht übrig geblieben. Immer noch glaube ich, dass die eine Billiarde Euro, die der Real Estate fehlt, vom Steuerzahler getragen wird. An der Stelle des Glaubens tritt nun die Hoffnung, die Hoffnung auf eine fröhliche Beerdigung. Da komme ich gerne und mach Schnittchen. Ich geh kaputt!
Die Rache der missionierten Pinguinjünger
Ich gebe es offen zu: Ich bin Ubuntuholic. Ich find’s super und finde, auch unsere Kunden sollten etwas davon haben.
Deswegen bieten wir die meisten unserer Notebooks hier im Laden mit Ubuntu an. Windows XP gibt’s zumeist nur als kostenpflichtiges »Downgrade« und Windows Vista nur dann, wenn uns ein Kunde ‘ne Kanone an den Schädel hält.
Alles kommt zurück im Leben
Generell gibt’s bei uns IBM / Lenovo ThinkPads mit Ubuntu 7.10. Da funktionieren bei den meisten Geräten die Desktop-Effekte und die integrierten WLAN-Adapter laufen Out-of-the-Box. Super Sache.
Dummerweise benehmen sich einige Kunde ausnahmsweise wirklich vorbildlich und spielen regelmäßig Updates ein. Auch das Update auf die neue 8.04. Und damit fängt der Ärger an.
Regelmäßig habe ich hier jetzt Leute im Laden, bei denen der WLAN-Adapter mit Broadcom-Chipsatz nicht mehr läuft und die heulen, weil die Fenster nicht mehr wabbeln.
Rache!
Und diese Leute nehmen jetzt grausame Rache an mir. Sie überfallen mich in Rudeln und zwingen mich, ihnen ihre Softwareprobleme zu lösen. Selber googeln ist halt für Amateure. Richtige Profis gehen direkt zum Fachmann ihres Vertrauens. Der hat ja sonst nix vor. Der macht das schon. Und zwar für Lau.
Sonst noch was? Freunde, lernt lesen. Da hat man’s im Leben generell leichter. Fangt doch einfach mal mit dem Ubuntu OpenBook an. Und danach vielleicht einfach mal die Suchmaschinen bemühen. So zum Beispiel, oder so.
Super. Ich mach dann mal wei




