Tach, Kundschaft! – Teil 4: AWACS
Bevor ich mit meinem eigentlichen Gejammer beginne, möchte ich doch nochmals darauf hinweisen, dass ich mir den ganzen Quatsch hier nicht ausdenke. So seltsam das auch klingen mag – es passiert mir tatsächlich. Wirklich. Ehrlich. Kein Sch….
Hände und Füße
Es ist 10.01h. Ein Mann betritt den Laden. Er hält direkt auf die Zubehörvitrine zu und würdigt mich keines Blickes. Als er sich die Nase an der Vitrine plattdrückt, frage ich, ob ich ihm helfen können. Er reagiert nicht. Ich gehe um die Theke herum, während er versucht, die Tür des Glasschranks zu öffnen. Ich tippe ihm auf die Schulter und er gibt im Umdrehen seltsame Laute von sich.
Jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen: der Mann ist taubstumm. Das folgende »Gespräch« muss für einen Außenstehenden wie der Tanz zweier Bewegungslegastheniker ausgesehen haben – und nach ca. 15 Minuten finde ich heraus, dass der Mann von den Lippen lesen kann. Allerdings nur Französisch… Ich geh’ kaputt.
Nur Ankauf…
So gegen 11 betritt ein junger Bursche den Laden: »Ihr kauft Notebooks nur an, das ist doch richtig?«
Mir fällt alles aus dem Gesicht und ich bin sprachlos – schon wieder. »Klar. Wir haben extra nen Laden angemietet, weil wir Notebooks kaufen wollen und für Ebay zu blöd sind. Und die Preise, die an den Notebooks im Schaufenster stehen, sind die Preise, die wir für dieses Modell zu zahlen bereit sind, DU VOLLIDIOT!«, wollte ich sagen. Da es aber noch früh am Tag ist, kann ich mich noch beherrschen…
Notebookvertrag?
Viertel nach Zwölf. Ein junges Mädel mit den typischen, durchfallbraunen Stiefeln, in denen Bochumerinnen offensichtlich geboren kommt durch die Eingangstür gestöckelt.
Sie: »Ich hab’ da mal Frage… … … Notebookvertrag.«
Ich: »Das ist keine Frage. Das ist nichtmal ein vollständiger Satz1.«
Sie starrt mich völlig irritiert an. Also sage ich: »Der einzige Vertrag, den man hier abschließen kann, das ist ein Kaufvertrag.«
Sie: »Wassn Kauffatrahk?«
Ich: »Ich geb’ Dir ein Notebook und eine Rechnung und Du gibst mir Geld.«
Sie: »Oh.« Dreht sich um und geht.
Telefon. Service? Geld? Humbug!
Halb zwei. Das Telefon klingelt. Chef geht ans Telefon.
Anrufer: »Hallo. Ich habe hier ein Problem mit meinem Notebook. Können Sie mir da mal kurz helfen?«
Chef: »Haben Sie das Notebook bei uns gekauft?«
Anrufer: »Nein. Das habe ich beim [insert_Discounter_here] gekauft.«
Chef: »Dann können wir Ihnen am Telefon auch nicht helfen. Sie können gerne mit dem Notebook in unseren Laden kommen und dann helfen wir Ihnen und rechnen das dann nach Zeit ab. Eine Minute kostet einen Euro.«
Anrufer: »Das ist ja ne Unverschämtheit!« Legt auf.
Die generelle Funktion
So gegen 16h rauscht eine Omi in den Laden und verlangt von mir, ich solle ihr doch mal die generelle Funktionsweise von Computern erklären. Ich bitte sie, doch schon mal Platz zu nehmen und für die folgende sechstägige Schulung die Anzahlung bar auf den Tisch zu legen. Keine Ahnung, warum die direkt wieder gegangen ist…?!?!
Laserverstrahlung
17.30h. Ich bin der Meinung, ich habe es fast geschafft. Was jetzt kommt, ist aber das dicke Ende. Im wahrsten Sinne des Wortes – denn ein kleiner, dicker Mann taucht wie aus dem Nichts laut schnaufend vor der Theke auf. Kritisch beäugt er ein 14-Zoll-Notebook von IBM und stellt fest, dass er das Ding nicht in der Jackentasche mit sich herumtragen könnte…
Er: »Ich muss das immer mitnehmen. Ich muss nämlich ständig ins Krankenhaus. Ich hab nen Bauchinfarkt. Der ist absolut tödlich, wenn man da nicht schnell genug ist. Kennse das? Da verstopft da so ne Arterie und da kriegt man zuerst immer so ein Stechen. Wie tausend Nadeln. Da so in der Falte. Wie heißt das noch? Da. Im Schritt. Im Gemächt…«
Ich:2 »Sorry. Aber ich bin kein Arzt und war noch nie krank. Ich kenne mich da nicht aus.«
Er:3 »Dann will ich Ihnen mal was erzählen, was sicher auch für Sie interessant ist. Also ich bin ja eigentlich ein original gelernter KFZ-Mechaniker. Das sind ja quasi vier Berufe in einem. Also da macht man auch viel mit Elektronik, wenn man das technische Verständnis hat. Ich hab ja dann später… Also ich hatte ja viele Berufe. Auch gefährliche. Ich war auch Geheimagent4. Und deswegen weiß ich auch viele Dinge, von denen sonst keiner was weiß. Zum Beispiel über das organisierte Verbrechen. Und über die Elektronik. Und deshalb ist das ja auch was für Sie. Also in Deutschland, da ist das organisierte Verbrechen… Also die haben AWACS-Flugzeuge und damit fliegen die über die Bundesrepublik. Und die haben ja technische Möglichkeiten, die hat ja sonst keiner. Also zum Beispiel den akustischen Störlaser. Damit schießen die von oben in die Wohnungen und verursachen akustische Rückkopplungen in den Fernsehern und in der Stereoanlage. Und je nachdem, wie laut Sie das gestellt haben, kann Sie das schon mal vom Stuhl hauen. Ich hab das aufgenommen und hab das jetzt auf CD. Da dachte ich, die könnte ich Ihnen bei Gelegenheit mal vorbeibringen, da können Sie…«
Ich: »Sorry. Aber an solchen Gesprächen habe ich ehrlich gesagt nicht das geringste Interesse und Zeit habe ich dafür beim besten Willen nicht. Es wäre schön, wenn Sie jetzt den Laden verlassen könnten…«
Und der Typ geht tatsächlich. Und ich gehe auch. Vor die Tür. Eine Rauchen. Danach rufe ich meinen Chef an.
Ich: »Ich kündige.«
Chef: »Schon wieder? Ist schon wieder Freitagabend? Hör mal, wenn Du kündigen willst, musst Du vorher gearbeitet haben. Außerdem habe ich deinen Kündigungsblock versteckt. Schönes Wochenende. Bis Montag…«
- Beherrschung, adé! [↩]
- Ich bin total überfordert. Ich will mit dem Typen nicht über sein Gemächt sprechen. Ich will mit überhaupt keinem Typen über sein Gemächt sprechen. [↩]
- nimmt erstmal Platz an der Theke und ich kriege Panik. Während des jetzt folgenden Gesprächsabschnitts übermannt mich die pure Verzweiflung. [↩]
- Denkt bitte daran: Ich denke mir das NICHT aus! [↩]
Heute ist Weltbunkentag
Heute, Freunde, ist Weltbunkentag.
Zum besseren Verständnis sollte ich vielleicht zunächst erklären, was der Weltbunkentag überhaupt ist, denn, obwohl ein weltweiter Nicht-Feiertag, hat dieser spezielle Tag regional unterschiedliche Namen. Andererseits solltet Ihr vielleicht einfach mal raten, um was für einen Tag es sich handeln könnte, während ich hier die Erlebnisse des heutigen Tages niederschreibe…
Bunke #1
Es begab sich also zu einer Zeit Heute morgen – ich hatte mich gerade über die örtliche Weihnachtsmarktbaustelle zum Laden durchgekämpft – finde ich auf meinem Schreibtisch einen riesigen Klotz vor, der sich nach genauerer Betrachtung als ein altes Medion-Notebook herausstellte.
Mein Auftrag sollte es nun sein, dem Gerät eine neue Windows-Installation zu verpassen, da die aktuelle Installation von Viren verseucht war1. Ich machte mich also an die Installation und erfuhr später, dass der Kunde ein »Datensicherung« durchgeführt hatte um seine Viren Daten später wieder einspielen zu können. Danach hatte ich nicht mehr die rechte Lust, da noch weiterzumachen… So eine Bunke.
Bunke #2
Wenig später betritt ein Opa den Laden. Er hatte vor kurzem ein Notebook bei uns erworben, welches nun defekt sei. Er käme mit dem Gerät nicht mehr ins Internet. Stattdessen öffneten sich beim Klick auf den Firefox-Button immer ganz viele kleine Fenster.
Um das Ganze zu dokumentieren hatte er sogar einen Screenshot angefertigt. Mit einer Digitalkamera2.
Ein kurzer Blick offenbarte den »Hardwaredefekt«: Der gute Mann hatte, statt zu warten, bis sein System vollständig hochgefahren war3, wie ein Wilder auf dem Firefox-Button herumgehämmert. Schließlich sei da ja zunächst nichts passiert und wenn man öfter und energischer klickt beeilen sich Computer schließlich ein wenig.
Die vielen winzigen Fenster waren schlicht ca. 100 kleine rote Pandas, die sich unter den Schlägen des alten Herren auf Minimalgröße zusammengezogen hatten… So eine Bunke.
Bunke #3
Kurze Zeit später betritt einer meiner persönlichen Favoriten den Laden. Der Typ ist ein echter Umsatzgarant. Jeden Monat zerschießt der Kollege seine Windowsinstallation und weder er, noch seine Freunde sind in der Lage, so ein Windows neu zu installieren.
Heute war es dann wieder so weit. Allerdings hatte er keine Lust, uns für die Instandsetzung zu bezahlen – das hätte er ja vor kurzem erst getan. Ich sagte ihm also, er solle es dann selber versuchen und wünschte ihm ein aktuelles Backup. Daraufhin gestand er, kein Backup angefertigt zu haben, da er davon ausging, dass so kurz nach einer Reparatur sein MS-Betriebssystem nicht schon wieder kaputtgehen könnte… So eine Bunke.
Bunke #4
Das Telefon klingelt. Ein Mann ist dran und erzählt mir, dass er in den nächsten zwei Wochen dringend eine PowerPoint-Präsentation erstellen müsse. Er hätte da aber keine Zeit für und wolle uns daher damit beauftragen. Ich erkläre ihm freundlich, dass wir ein Laden wären, in dem wir Notebooks verkaufen und keine PowerPoint-Präsentationen erstellen.
Vermutlich habe ich bei dieser Aussage zu gutgelaunt geklungen, denn plötzlich fängt der Vogel an, mich wüst zu beschimpfen – und kappt dann mitten im Satz die Verbindung… So eine Bunke.
Bunke #5
Wieder betritt jemand den Laden. Ein junger Typ, Anfang bis Mitte Zwanzig. Er wolle ein Notebook kaufen, höre ich aus seinem hingeworfenen Satz heraus. »Mach Ihr mit Vertrag odda mit Finnasiehrung?«, schleudert er mir entgegen und ich bin erstmal irritiert. »Weder, noch. Bei uns kauft man die Notebooks bar oder mit EC-Karte.«, sage ich schließlich und beim Wort »EC-Karte« leuchten seine Augen.
»Machsu mit Ähßäh-Kahte! Nehm ich eins!« Alles klar. Ihm scheint völlig egal zu sein, welches Notebook es wird. Ich suche ihm also eins aus und er wirft mir einen türkischen Pass und eine EC-Karte zu. Laut seinem Pass heißt er mit Nachnamen tatsächlich »Döner« und sein Foto sieht ihm nicht im Geringsten ähnlich. Egal. Auf dem Bild hat er keinen Bart, aber was weiß ich, wie er unter seinem Bart aussieht. Wenn er die PIN von der EC-Karte weiß, die auf den selben Namen ausgestellt ist, soll es mir Recht sein4.
Als ich Ihm sage, dass er die PIN eingeben solle, wird er blaß. Die PIN wüsste er nicht. Er habe so viele Karten, da könne er sich nicht jede PIN merken. Ich lasse ihn zwei PINs ausprobieren. Die Chance, dass er zufällig die richtige erwischt ist ja nicht besonders hoch und ich kann ihn ein wenig leiden und zappeln sehen. Ich erzähle ihm nach der ersten falschen Eingabe noch, dass bei der dritten falschen Eingabe die Polizei alarmiert wird, weil in der Gegend in letzter Zeit so viele Leute mit geklauten EC-Karten unterwegs sind.
Nach der zweiten Falscheingabe verlässt er fluchtartig den Laden… So eine Bunke!
Des Rätsels Lösung
An dieser Stelle sollte wohl jedem klar sein, was eine Bunke ist. Richtig. Ein Vollidiot. Und heute ist Weltbunkentag – der Tag an dem die Idioten in Rudeln durch die Straßen ziehen und ihre Dummheit zelebrieren.
Und morgen – morgen ist schon wieder Weltbunkentag und ich bin wieder mittendrin, ich Bunke…
- Und die hatte sich der Besitzer des Geräts natürlich beim Surfen auf
Pornoseitenden Seiten des Kinderkanals eingefangen… [↩] - Ohne Scheiß [↩]
- Sein Sohn hatte das Ding in der Mangel und hat ihm ca. 1000 Programme installiert, die unbedingt beim Autostart dabei sein müssen… [↩]
- Was passieren würde, wusste ich schon vorher. Schließlich passiert das jede Woche mindestens ein Mal… [↩]
Wie man als Geschäftskunde ein iPhone bestellt
… und warum man sich das eigentlich gleich sparen kann.
Seit der Markteinführung des iPhone 3G, soll das iPhone ja nicht nur den handelsüblichen Endverbraucher glücklich machen – nein, es soll ja mittlerweile auch ein recht ordentliches Businesshandy abgeben. Das behauptet jedenfalls die Werbung und tatsächlich sprechen viele Funktionen des iPhone dafür, es auch geschäftlich einzusetzen.
Auch mein Chef dachte sich, so ein iPhone stünde mir gut zu Gesicht und so hat er sich dann überlegt, die Firma könnte ja mal so ein Gerät ordern und mir dann zur geschäftlichen Nutzung überlassen.
So einfach das klingt, so kompliziert ist das Ganze dann in der Realität…
Mal schnell online bestellen
Wie bestellt man aber jetzt so ein Telefon? Easy? Wohl kaum. Zu bekommen sind die Geräte hierzulande schließlich nur vom Rosa Riesen – und der Verein hat offensichtlich schon mehr als genug Kunden, sodaß dem Kaufwilligen bei der Bestellung zunächst einige Steine in den Weg gerollt werden müssen.
Fangen wir bei der Onlinebestellung an. Die ist für Geschäftskunden schlicht nicht vorgesehen. Auf der Bestellseite für Endverbraucher gibt es kein Eingabefeld für die Firma, auf der Seite für Geschäftskunden gibt es nichtmal irgendein Eingabefeld. Stattdessen findet man dort die Rufnummer der Geschäftskundenhotline.
Mal schnell telefonisch bestellen
Okay. Online bestellen fällt aus. Chef schnappt sich ein Telefon und ruft bei der Hotline für Geschäftskunden an.
Chef: »Mahlzeit. Die Firma XYZ. Wir möchten gerne ein iPhone bestellen.«
Hotliner: »Ihre Kundennummer und Ihre Telefonnummer, bitte.«
Chef: »Haben wir noch nicht. Wir wollen Kunde werden.«
Hotliner: »Ach so. Wie viele iPhones wollen Sie denn?«
Chef: »Nur eines.«
Hotliner: »Dann rufen Sie bei der Hotline für Endkunden an.«
Chef: »Wir sind aber eine GmbH. Also faktisch Geschäftskunde.«
Hotliner: »Rufen Sie trotzdem die Enkundenhotline an. Schönen Tag noch.«
Aufgelegt…
Langsam konnte man Chef den Ärger schon ansehen, aber er hielt sich erstaunlich tapfer, wie ich fand, denn er rief direkt bei der Endkundenhotline an und versuchte da sein Glück.
Chef: »Mahlzeit. Die Firma XYZ. Wir möchten gerne ein iPhone bestellen.«
Hotliner: »Ihre Kundennummer und Ihre Telefonnummer, bitte.«
Chef: »Haben wir noch nicht. Wir wollen Kunde werden.«
Hotliner: »Ach so. Dann Ihren Namen und die Anschrift bitte.«
Chef: »Das ist die Firma XYZ GmbH…«
Hotliner: »Für Unternehmen gibt’s eine andere Hotline…«
Chef: »…«
An dieser Stelle spare ich mir die folgende habstündige Diskussion und den weiteren Anruf bei der Geschäftskundenhotline. Das Ergebnis war selbstverständlich eindeutig. Beim Rosa Riesen ist niemand dafür zuständig, einem Unternehmen ein einzelnes iPhone mit Vertrag zu verkaufen. Schließlich sollten Business-Telefone mindestens 100-Stück-weise geordert werden, damit auch das komplette Unternehmen damit ausgestattet werden kann. Bei kleineren Unternehmen kann man auch persönlich kommunizieren. Was braucht man da ein iPhone?
Letzte Rettung: die örtliche Niederlassung
Nach diesen Erlebnissen am Telefon kamen wir zu der Überzeugung, wir könnten dem Wunsch nach einem iPhone eventuell durch persönliche Präsenz mehr Nachdruck verleihen, als es uns am doch eher unpersönlichen Medium Telefon möglich wäre. Also machten wir uns auf zum T-Punkt1.
Im Laden angekommen ergriffen sofort drei von vier Angestellten die Flucht und verschwanden durch eine Tür im hinteren Teil des Raumes. Die letzte verbliebene Angestellte war mit den 25 Kunden, die bereits auf Beratung warteten beschäftigt und uns blieb auch nichts weiter, als zu warten. Nach 15 Minuten verließ ich dann das Geschäft, weil uns klar wurde, dass wir den eigenen Laden für zwei Wochen schließen müssten, sollten wir beide warten, bis wir an der Reihe wären.
Eine Stunde später traf Chef auch wieder im Laden ein – ohne ein iPhone bestellt zu haben. Er versprach mir allerdings, den folgenden Samstag im T-Punkt zubringen zu wollen und machte sich dann auch gleich auf, um sich für das Wochenende mit den nötigen Lebensmitteln einzudecken…
Bestellung getätigt
Der folgende Montag begann mit einem Gefühl des Triumphs: Chef hatte es am Wochenende geschafft, ein iPhone zu ordern und alle nötigen Unterlagen, wie Handelsregisterauszug, Personalausweis, Geburtsurkunde, Führerschein, Fahrzeugschein, Ergebnisse einer Blutuntersuchung und eines Gentests vorzulegen und Frau K., eine freundliche, junge Mitarbeiterin des rosa Konzerns, hatte ihm versichert, das iPhone solle binnen drei Tagen bei uns eintreffen. Mitgeben konnte sie ihm das Gerät leider nicht, obwohl es am Lager war. Aber für Geschäftskunden wären die Leute im T-Punkt nicht zuständig und alles müsse über die Geschäftskundenbetreuung abgewickelt werden.
Kein Anschluß…
Wir warteten also geduldig2 und als am Freitagnachmittag vom iPhone noch nichts zu sehen war, versuchte ich dann doch telefonisch, die nette Frau K. aus dem Laden zu erreichen. Das das so nicht funktionierte, brauche ich wohl nicht extra erwähnen, oder? Ne. Is klar. Ich hinterließ also einen Rückrufwunsch und teilte mit, ich sei bis 18 Uhr zu erreichen.
Verlorenes Papier in einer digitalen Welt
Ich erfuhr am Freitagabend noch3, dass im Geschäftskundencenter leider kein Fax mit unseren Unterlagen angekommen sei und dass Frau K. unsere Unterlagen sofort nocheinmal Faxen wolle. Zwei Tage solle es nun dauern, bis unser Telefon bei uns sei. Klar…
Am Dienstagnachmittag versuchte ich dann erneut, Frau K. telefonisch zu erreichen – Fehlanzeige. Wie immer. Auf einen Rückruf musste ich auch verzichten. Am folgenden Mittwoch rief ich erneut an, wurde aber wieder an der Hotline abgewimmelt und auch ein Rückruf blieb aus. Was blieb mir also übrig, als nach Feierabend persönlich bei Frau K. vorstellig zu werden und ihr meinen Frust über die Theke zu erbrechen? Richtig. Nix.
Wie sich im persönlichen Gespräch herausstellte, hatte Frau K. sich nicht getraut, uns zurückzurufen (!!!), da mittlerweile nicht nur das zweite Fax an den Geschäftskundenservice4 verschwunden war, sondern auch die Originalunterlagen, die sie zur Sicherheit auf dem Postweg ans Geschäftskundencenter geschickt hatte. Zusätzlich war auch der Auftrag aus dem Computer ins digitale Nirwana verschwunden. Unser Auftrag existierte also faktisch nicht mehr, weshalb Frau K. mir auch beteuerte, ich müsse den Auftrag nicht stornieren.
As time goes by…
An den folgenden beiden Tagen passierte nichts – und daran hatten wir uns ja mittlerweile gewöhnt. Was allerdings dann am Montag passierte, brachte mich so richtig zum kochen: Der Briefträger stellte uns zwei Schreiben von T-Mobile zu. Das Erste enthielt eine Nachricht, die uns beim Rosa Riesen willkommen hieß; das Zweite enthielt eine Auftragsbestätigung zu unserem verschwundenen Auftrag.
Mit Schaum vor dem Mund wählte ich die auf dem zweiten Schreiben abgedruckte Nummer – und bekam zunächst einmal 15 Minuten Zeit, mich in der Warteschleife wieder etwas abzuregen. Das war auch eigentlich ganz gut so, da ich vorher zu keinen Äußerungen fähig war, die auch nur annähernd etwas mit menschlicher Sprache zu tun hatten.
Der Hotliner, zu dem ich dann durchgestellt wurde, war ein lustiges und sehr munteres Kerlchen. In einer Seelenruhe erklärte er mir zuerst, dass wir ja selbst Schuld seien, wenn wir einen Geschäftskundenauftrag in einem T-Punkt platzieren. Die hätten da ja sowieso von nichts auch nur den Hauch einer Ahnung…
Ich legte ihm also erstmal die komplette Geschichte dar und – er lachte. Er lachte laut und lange und meinte, das wäre alles sehr witzig. Allerdings erklärte er mir dann auch, wie ich vorgehen solle, um den nicht vorhandenen Auftrag zu stornieren. Auch teilte er mir nach Rücksprache mit der Versandabteilung mit, der Versand des Geräts wäre noch nicht erfolgt und er werde die weitere Bearbeitung des Auftrages stoppen.
Besuch aus einer anderen Welt
Nachdem ich das Fax für die schriftliche Stornierung des nicht vorhandenen Auftrags verfasst und versandt hatte, kam es offensichtlich zu einer lokalen Störung des Raum-Zeit-Kontinuums: Ein Paketbote lieferte das iPhone, dass aufgrund eines nicht vorhandenen Auftrags noch nicht versandt wurde…
An dieser Stelle empfehle ich, den letzten Satz erstmal ein wenig sacken zu lassen.
Holt Euch doch mal nen Kaffee. Oder nen Tee.
Okay. Kann weitergehen. Ich verweigerte also die Annahme der Sendung und ging davon aus, damit und mit dem Storno per Fax wäre jetzt alles erledigt. Ich naiver, unerfahrener Bengel…
Neverending Story
Wie, liebe Freunde, könnte diese Story wohl enden? Richtig. Klar. Damit, dass wir für das ganze Theater auch noch eine Rechnung bekommen. Und zwar für eine Leistung, die nie erbracht wurde, aus einem Auftrag, der mehrfach verloren wurde und für ein iPhone, dass das Raum-Zeit-Gefüge erschüttert.
Einige Wutausbrüche und Schreianfälle gleichgültigen Hotlinern gegenüber, hat sich mittlerweile alles geklärt. Für die Rechnung haben wir die entsprechende Gutschrift erhalten. Die Stornierung des Auftrags wurde bestätigt und ich besitze mittlerweile ein iPhone.
Mein iPhone ist ein reinrassiger Italiener und schert sich von Hause aus weder um Sim- noch Netlock – so wie es eigentlich sein sollte. Wir sind mittlerweile schon gute Freunde geworden – und mit seinem Kollegen aus Tschechien, der den Chef mittlerweile ständig begleitet, versteht es sich auch ausgezeichnet. Alles ist gut – aber das letzte Wort hatte dann doch der Rosa Riese, der uns in einem letzten Schreiben versicherte, er hoffe, wir wären auch weiterhin mit seinem Service zufrieden. Ja, nee. Is klar…
Schlagende Argumente
Das Wichtigste beim Diskutieren sind bekanntlich die Argumente. Und weil das so ist, lasse ich mich eigentlich nur dann auf Diskussionen ein, wenn mir ausreichend stichhaltige Argumente zur Verfügung stehen. Ich bin einfach nicht der Typ, der sinnlos und nur der Diskussion wegen stundenlang zu Quatschen bereit ist, wenn von vornherein feststeht, dass das Ganze sowieso zu nichts führt. Wenn ich von einem Thema (ausnahmsweise
) mal keine Ahnung haben sollte, dann halte ich es mit Dieter Nuhr: ich halte einfach mal die Fresse. Das klingt logisch. Das macht Sinn.
Manche mögen’s heiss anders
Ganz anders sind da einige unserer Kunden. Erst kaufen sie sich im Laden ein Notebook, um dann urplötzlich am nächsten Tag von einem bis dato unbekannten Onkel aus Paraguay eben dieses Modell zu erben. Und da der Onkel aus Paraguay selbstverständlich tot ist (sonst hätte man ja nichts geerbt) kann man eben diesem Onkel das Notebook auch nicht zurückschicken. Also müssen wir das Notebook jetzt zurücknehmen und den Kaufpreis auf der Stelle in Bar erstatten. Das wäre ja schließlich gesetzlich so geregelt1.
Ich spiel mal mit. All in.
Das sind Diskussionen, die spiele ich gern mit. Da weiß ich von vornherein, dass ich gewinne. Ich bremse diese (meist fürchterlich »verärgerten«) Menschen abrupt, in dem ich sie erstmal vor eine Wand laufen lasse.
Kunde: »Ich will das Notebook zurückgeben und mein Geld zurück.«
Ich: »Ebay.«
Kunde: »Was?«
Ich: »Wenn Sie ihr Notebook verkaufen wollen, setzen Sie’s bei Ebay rein.«
Kunde: »Ich will es nicht verkaufen. Ich will es zurückgeben. Ich hab’s hier gekauft und will, dass Sie es zurücknehmen und mir mein Geld geben.«
Ich: »Ist es denn kaputt? Was funktioniert denn nicht?«
Kunde: »Ich will es nicht mehr haben.«
Ich: »Ebay.«
Kunde: »Sie sind verpflichtet, es zurückzunehmen. Ich habe 14 Tage Rückgaberecht.«
Ich: »Sagt wer?«
Kunde: »Das Gesetz. Und wenn sie es nicht zurücknehmen, dann hören Sie von meinem Anwalt!«
Ich: »Dem können Sie nen schönen Gruß von mir bestellen. Der findet das sicher auch so lustig, wie ich. Die 14 Tage, die Sie meinen, haben was mit dem Fernabsatzgesetz zu tun. Wenn Sie aber hier im Laden auf der anderen Seite der Theke stehen, dann ist das noch nicht “Fern” genug, damit das hier Anwendung finden könnte.«
Kunde (Hat mittlerweile Halsschlagadern wie Gartenschläuche): Schweigt, grübelt und kocht vor Wut.
Alternatives Ende
Jetzt ist der Moment gekommen. Ab hier sind mehrere Fortgänge in der Handlung möglich. In den meisten Fällen rauschen die Kunden wie die wild davon und brabbeln etwas von »Anwalt« und »verklagen« und melden sich nie wieder.
Diese Fälle sind langweilig. Manchmal gibt es aber dann auch wieder Situationen, die ein gewisses Kribbeln verursachen. Wenn zum Beispiel der Kunde versucht, sein vermeintliches Recht mit Gewalt durchzusetzen und erst hinter dem Tresen erkennt, dass er in der Unterzahl ist, oder wenn – wie heute – der Kunde mit eisiger Stimme und osteuropäischem Akzent darauf hinweist, dass ihm auch noch »andere Mittel und Wege« zur Verfügung stünden.
Da überlegt man dann erstmal eine halbe Stunde, ob man die vermeintlich gewonnene Diskussion nicht irgendwie doch verloren hat. Wir werden es ja sehen…
- Vielleicht in Paraguay, Freunde! Hier in D sieht die Sache leider etwas anders aus [↩]
Tach, Kundschaft! – Teil 3
Heute: Der Internet-Explorer zeigt mir die Seite nicht richtig an. Das müsst Ihr ändern!
Vorgeplänkel.
Jetzt baue ich ja doch schon recht lange Webseiten. Und weil ich nicht total ignorant bin, achte ich auf valides (x)HTML und solche Unwichtigkeiten. Natürlich überprüfe ich auch die Darstellung meiner Seiten in verschiedenen Browsern. Auf meinen Rechnern tummeln sich mehr Browser, als eigentlich gut für mich ist. Neben dem obligatorischen Firefox, Opera, Safari und dem Konqueror finden sich selbstverständlich auch verschiedenste Internet-Explorer. Ja. Richtig. Verschiedenste Internet Explorer1.
Es wird ernst.
Und jetzt kommt diese Kundin daher und beschwert sich, dass die aktuelle Version ihrer in Entwicklung befindlichen Website seit Tagen keine Änderungen aufweist. Genau wie bei dem letzten Mal. Und das, wo ich Ihr die Änderungen doch gezeigt habe, als sie uns das letzte Mal im Laden besucht habe. Was das wohl soll und was ich mir denn dabei wohl denke, will sie wissen.
Des Rätsels Lösung.
Ich erkläre ihr also mit der für mich so typischen Engelsgeduld, dass sie doch bitte mal den Browsercache leeren solle. Den was? Is klar. Also erklär’ ich auch noch was der Cache denn ist.
Wie sie den Cache denn leeren kann, will sie sich nicht erklären lassen. Das sollen wir doch besser machen, wenn sie das nächste Mal im Laden ist.
Oder doch nicht?
Gerade als ich glaube, es wäre alles überstanden und schon zur Verabschiedung ansetzen will, packt die gute Frau dann noch mal den Hammer aus: Sie möchte demnächst mit meinem Chef mal darüber sprechen, dass wir doch dieses Problem bald mal vollständig beheben. Ihre Kunden benutzten ja schliesslich auch den Internet Explorer – und da könne das ja nicht sein, dass ihre Seite da aus dem Cache geladen würde…2
Schmerzen. Böse Schmerzen.
Jetzt, wo ich dieses Ergebnis niederschreibe bin ich schlicht froh, dass ich Bartträger bin. Dann kann wenigstens niemand den riesigen Bluterguss sehen, der mein Kinn ziert, seitdem mir die Kinnlade so gewaltig auf den Schreibtisch geknallt ist.
Den restlichen Tag über war ich zu nichts zu gebrauchen. Ich habe schluchzend und zitternd in der hintersten Ecke des Ladens gesessen und zu Tux gebetet, er möge den Internet Exploder ausrotten. Vielleicht hilft’s.
Nur gucken – nicht anfassen.
Es begab sich zu einer Zeit Gestern Mittag. High noon in einer verschlafenen Stadt im mittleren Ruhrgebiet. Ein kleiner Junge zerrt seinen Vater in den Laden.»Schau mal! Das Notebook hier! Das ist aber Kacke!«
Ich sage mal nichts. Vater sagt auch nichts. Er schaut nur. Dann fängt er an, an dem Notebook herumzufingern. Soll er auch. Anfassen ist ja erlaubt. Wir haben nichts zu verbergen.
Ich entschließe mich, ihn zu fragen, ob ich helfen kann. Wie vom Pinguin gebissen packt er seinen Sohn am Kragen und zieht ihn aus dem Laden. Und das, ohne mich anzusehen, oder ein Wort zu sagen. »Komischer Typ«, denke ich und vergesse ihn auch schnell wieder.
Zigarettenpause
Als ich ein paar Minuten später vor die Tür gehe, um eine zu rauchen fällt mein Blick auf das Ausstellungsstück: Abgeschmiert. Nichts geht mehr. Nee. Is klar.
Zumindest weiß ich jetzt, warum der Typ es so eilig hatte. Wer’s kaputt macht, muss es kaufen, wenn er langsamer rennt als der Mensch im Laden…
Preiskampf auf dem Notebookmarkt
Die Überschrift klingt erstmal so sachlich, wie sie wahr ist. Natürlich wird auf dem Notebookmarkt um die vordersten Plätze im Billigsegment gekämpft – aber was sich so einige unserer Kunden so vorstellen, das kann man einfach nicht mehr glauben.
Infos satt
Aber mal langsam und von vorne angefangen. Wir bieten in unserem wunderbaren kleinen Laden gebrauchte IBM-Notebooks zu lokal sehr konkurrenzfähigen Preisen an. Das günstigste Teil kostet schlappe 269 Kracher. Diese Preisinformation müsste im Zusammenspiel mit dem A2-Plakat1 im Aufsteller vor der Tür, auf dem in großen roten Lettern die Worte »Gebrauchte Markennotebooks« prangen, eigentlich jedem potentiellen Kunden ein ausreichender Hinweis darauf sein, was ihn im Laden erwartet.
Enttäuschte Gesichter
Woher, so frage ich mich, kommen denn jetzt bloß all die Menschen, die mich jeden Tag fragen, warum die Notebooks bei uns so günstig sind und die dann völlig vor den Kopf gestoßen mit hängenden Schultern wieder den Laden verlassen, wenn sie erfahren, dass das Gebrauchtgeräte sind2.
Wie kann man als Mensch mit mindestens zweistelligem IQ denn bloß annehmen, man bekäme für 269 Peitschen ein neues IBM-Notebook mit 14-Zoll-Display?? Man weiß es nicht und wird es niemals erfahren3.
Enttäuschte Gesichter – Teil II
Eine andere Spezies der Gattung Brainbug, sind die Herrschaften, die bei dem Wort »Gebrauchtgerät« nicht gleich das Heulen anfangen. Diese Spezies gibt sich erst später enttäuscht – nämlich dann, wenn es um die Hardwareausstattung der Geräte geht: Nein, ein gebrauchtes Notebook für unter 300 Euroletten hat sicher keinen Core-2-Duo-Prozessor, keine 4 Gigabyte Arbeitsspeicher, keine 320er Platte und noch weniger hat es eine auf 16 Jahre erweiterte Garantie. No way. Never.
Enttäuschte Gesichter – Teil III
Last but not least haben wir da dann noch die Preishaie. Die lassen sich weder von der Not-really-state-of-the-art-Ausstattung, noch von der Gebrauchtgeräte-Sache beeindrucken. Nein. Diese Typen fangen erst das Jammern an, wenn man auf den sowieso schon reduzierten Preis nicht auch noch mindestens 50 Prozent Rabatt gibt…
Und die Moral von der Geschicht…
… Keine Ahnung. Weiß ich nicht4.
Oder doch? Wie wär’s mit: Benutzt Euren verfluchten Schädel, Ihr Vollpfosten!
- A2 ist schon ordentlich groß, wie ich finde [↩]
- Vielleicht sind das die Menschen, die den riesigen Aufsteller regelmäßig anrempeln, weil sie ihn schlicht übersehen. Das Ding ist doch bloß – ach vergiss es… [↩]
- Falls da jemand eine Idee hat: Rein damit in die Comments. Ich bin sehr gespannt [↩]
- Das reimt sich übrigens. [↩]
Tach. Kundschaft!
Moin zusammen!
Diesen Beitrag will ich mit einer Prophezeiung beginnen: »Tach. Kundschaft!« hat das Potential eine ausgewachsene Serie zu werden. »Tach. Kundschaft!« wird sich nämlich mit den seltsamen Begegnungen beschäftigen, die mir den Tag »versüßt« haben. Und Tage ohne seltsame Begegnungen widerfahren mir dann doch eher selten – und das werdet ihr schon bald selber feststellen…
Der Knopf knackt so komisch…
Morgens. Halb zehn elf in Deutschland einer verschlafenen Stadt im mittleren Ruhrgebiet. Gerade habe ich den ersten Kaffee getrunken, schon steht ein Kunde im Laden. »Ich hab da ein Problem mit meinem Laptop. Die linke Maustaste knackt so komisch und da ist so eine Delle in der Handballenauflage.« Als typischer Westfale antworte ich natürlich mit »Kumma.Hömma.Samma.Zamma.«1. Er reicht mir das Notebook und – tatsächlich! Ich finde keinen Fehler. Egal wie sehr ich mich auch anstrenge, ich bringe die Maustaste nicht dazu, unnatürliche Geräusche von sich zu geben. Wirklich nicht.
Der Kunde mag trotzdem nicht aufgeben und fängt seinerseits an, auf den Tasten rumzudrücken. »Vorführeffekt!«, höre ich ihn sagen. Ich lächle ihn an2.
Jetzt will er mir natürlich zeigen, wo der Frosch die Locken hat und drückt so lange auf der Handballenauflage (!!) herum, bis das Gerät ein knirschendes Geräusch von sich gibt.
»Na, das kann mein Notebook aber auch.« sage ich. »Wenn ich mit nem Hammer drauf haue, dann ist das Geräusch sogar noch lauter.«3.
Ich kürze hier mal ab. Die nächsten 20 Minuten einigten wir uns darauf, dass wir wegen eingebildeter Fehler keine Notebooks zerlegen und schon gar keine funktionierenden Tastaturen gegen andere funktionierende Tastaturen austauschen.
Es ist schon seltsam, auf welche seltsamen Ideen die Menschen kommen, wenn sie zu viel Zeit haben…
Bestechende Logik
Mittwochnachmittag. 17 Uhr. Ich stecke bis zu den Schultern in unserem neuen Linux-Server. Wenn ich jetzt unterbrochen werde, ist die Arbeit des ganzen Tages für den A…. Dann muss ich mich erst wieder reinfrickeln und mich erinnern, wo ich aufgehört habe. Das schaffe ich niemals bis zum Feierabend.
Die Ablenkung kommt aus England. Getarnt als Notebook-Kunde. Wie er mir berichtet, habe er am Wochenende ein Notebook bei uns erworben und jetzt habe er Probleme damit. Probleme? Das kann ja heiter werden.
Bevor er zum eigentlichen Problem kommt, erzählt er lieber erstmal von seinen Hobbies. Trainspotting. Spannend. Gut, dass mein Koffeinlevel auf Anschlag steht.
Nach fünfzehn Minuten ist jegliche Hoffnung auf eine nahezu unbehinderte Rückkehr zum Server dahin. Mein interner Datenpuffer ist randvoll mit unnützen Informationen. Er kann nun endlich mit der Problemstellung herausrücken.
Da sind wir nun. Dies also, verehrtes Publikum, ist der Punkt, an dem wir zur bestechenden Logik kommen.
Wie schon erwähnt hatte der Kunde ein Notebook bei uns gekauft. Fakt. Dieses Notebook »hat ja auch Internet«. Fakt. Wenn dieses Notebook jetzt also nicht out-of-the-box in der Lage ist die Radiostreams der BBC abzuspielen, muss das unsere Schuld sein.
So werde ich wirklich niemals fert




