Falsch verstanden
Manchmal verstehe ich was falsch. Kunden verstehe ich irgendwie besonders häufig falsch. Den Sinn und Zweck eines Unternehmens habe ich offensichtlich trotz kaufmännischer Ausbildung völlig falsch verstanden. Auch den Unterschied zwischen Betriebssystemen und Anwendungen habe ich nicht wirklich kapiert. Vermute ich jetzt mal. Sicher bin ich mir natürlich nicht. Schließlich verkaufe ich erst seit zehn Jahren Computer und auch beschäftige ich mich erst seit zehn Jahren mit der Webentwicklung und solchem Kram. Ich bin also faktisch ein ahnungsloser Newbie…
Schön wenn mal Profis vorbeischauen…
Weil ich so unerfahren und ahnungslos bin, freue ich mich immer, wenn mich im Laden mal so ein paar richtige Profis besuchen und oder anrufen.
Das sind Menschen, die in ein EDV-Fachgeschäft gehen, um den Angestellten dort mal die Grenzen ihrer Kompetenz aufzuzeigen. Diese Menschen verfügen über einen unerschöpflichen Wissensvorrat, den sie jederzeit gerne mit jedermann teilen. Und ich nehme dankbar an. Ich will ja lernen. Ich will ja auch mal so klug werden. Und weil ich nunmal ein netter Kerl bin, dürft Ihr jetzt auch an dem Wissen der Welt teilhaben.
WWW – Wirklich Wichtiges Wissen
Zuerst ein paar Weisheiten aus dem Hardwarebereich:
- Der EEE-PC ist mit 300 Euro ca. 150 Euro zu teuer. Sowas gibt’s viel billiger.
- Notebooks mit Displays unter 19 Zoll Diagonale kauft heute niemand mehr.
- Für das Surfen im Internet und für Office-Anwendungen benötigt man 4GB RAM und mindestens 1 TB Festplattenplatz.
- Nagelneue Business-Notebooks kosten generell weniger als 300 Euro und meist bekommt man einen Kleinwagen gratis dazu.
- Die Garantie auf Akkus beträgt 600 Jahre. Auf die restliche Hardware gibt es lebenslange Garantie (das sind im Schnitt ca. 1200 Jahre…)
Nachdem wir über die Hardware jetzt bestens informiert sind, benötigen wir noch passende Software:
- Linux ist eine Windows-Anwendung.
- Für ein 32bit-Betriebssystem muss man zwingend 4GB Arbeitsspeicher haben.
- Microsoft liefert zu seinen Betriebssystemen das Office-Paket kostenlos mit. Dazu kommen Brennprogramme, Virenscanner und vermutlich noch Adobes Photoshop.
- Dieses ganze Softwarebundle kostet bei Ebay aber nur 29 Euroletten.
Prima. Software haben wir. Dann können wir ja jetzt im Internet surfen. Los geht’s!
- Firefox ist der Internet Explorer.
- Safari ist eine afrikanische Webseite über Äpfel.
- Professionell gestaltete Unternehmenswebsites kosten ca. 100 Euro.
- Professionell gestaltete Unternehmenswebsites baut am besten der Neffe des Chefs.
- Profis benutzen zum Erstellen von Websites FrontPage oder Word.
- Printdesigner machen die besten Websites. Google liebt Websites, die nur aus Bildern bestehen.
Wer will da noch widersprechen?
Ich nicht…
Bestechende Logik
Mittwochnachmittag. 17 Uhr. Ich stecke bis zu den Schultern in unserem neuen Linux-Server. Wenn ich jetzt unterbrochen werde, ist die Arbeit des ganzen Tages für den A…. Dann muss ich mich erst wieder reinfrickeln und mich erinnern, wo ich aufgehört habe. Das schaffe ich niemals bis zum Feierabend.
Die Ablenkung kommt aus England. Getarnt als Notebook-Kunde. Wie er mir berichtet, habe er am Wochenende ein Notebook bei uns erworben und jetzt habe er Probleme damit. Probleme? Das kann ja heiter werden.
Bevor er zum eigentlichen Problem kommt, erzählt er lieber erstmal von seinen Hobbies. Trainspotting. Spannend. Gut, dass mein Koffeinlevel auf Anschlag steht.
Nach fünfzehn Minuten ist jegliche Hoffnung auf eine nahezu unbehinderte Rückkehr zum Server dahin. Mein interner Datenpuffer ist randvoll mit unnützen Informationen. Er kann nun endlich mit der Problemstellung herausrücken.
Da sind wir nun. Dies also, verehrtes Publikum, ist der Punkt, an dem wir zur bestechenden Logik kommen.
Wie schon erwähnt hatte der Kunde ein Notebook bei uns gekauft. Fakt. Dieses Notebook »hat ja auch Internet«. Fakt. Wenn dieses Notebook jetzt also nicht out-of-the-box in der Lage ist die Radiostreams der BBC abzuspielen, muss das unsere Schuld sein.
So werde ich wirklich niemals fert




