Tach, Kundschaft! – Teil 3
Heute: Der Internet-Explorer zeigt mir die Seite nicht richtig an. Das müsst Ihr ändern!
Vorgeplänkel.
Jetzt baue ich ja doch schon recht lange Webseiten. Und weil ich nicht total ignorant bin, achte ich auf valides (x)HTML und solche Unwichtigkeiten. Natürlich überprüfe ich auch die Darstellung meiner Seiten in verschiedenen Browsern. Auf meinen Rechnern tummeln sich mehr Browser, als eigentlich gut für mich ist. Neben dem obligatorischen Firefox, Opera, Safari und dem Konqueror finden sich selbstverständlich auch verschiedenste Internet-Explorer. Ja. Richtig. Verschiedenste Internet Explorer1.
Es wird ernst.
Und jetzt kommt diese Kundin daher und beschwert sich, dass die aktuelle Version ihrer in Entwicklung befindlichen Website seit Tagen keine Änderungen aufweist. Genau wie bei dem letzten Mal. Und das, wo ich Ihr die Änderungen doch gezeigt habe, als sie uns das letzte Mal im Laden besucht habe. Was das wohl soll und was ich mir denn dabei wohl denke, will sie wissen.
Des Rätsels Lösung.
Ich erkläre ihr also mit der für mich so typischen Engelsgeduld, dass sie doch bitte mal den Browsercache leeren solle. Den was? Is klar. Also erklär’ ich auch noch was der Cache denn ist.
Wie sie den Cache denn leeren kann, will sie sich nicht erklären lassen. Das sollen wir doch besser machen, wenn sie das nächste Mal im Laden ist.
Oder doch nicht?
Gerade als ich glaube, es wäre alles überstanden und schon zur Verabschiedung ansetzen will, packt die gute Frau dann noch mal den Hammer aus: Sie möchte demnächst mit meinem Chef mal darüber sprechen, dass wir doch dieses Problem bald mal vollständig beheben. Ihre Kunden benutzten ja schliesslich auch den Internet Explorer – und da könne das ja nicht sein, dass ihre Seite da aus dem Cache geladen würde…2
Schmerzen. Böse Schmerzen.
Jetzt, wo ich dieses Ergebnis niederschreibe bin ich schlicht froh, dass ich Bartträger bin. Dann kann wenigstens niemand den riesigen Bluterguss sehen, der mein Kinn ziert, seitdem mir die Kinnlade so gewaltig auf den Schreibtisch geknallt ist.
Den restlichen Tag über war ich zu nichts zu gebrauchen. Ich habe schluchzend und zitternd in der hintersten Ecke des Ladens gesessen und zu Tux gebetet, er möge den Internet Exploder ausrotten. Vielleicht hilft’s.




