Was zur Hölle ist A-Ware?

Darüber kann man sich offensichtlich vortrefflich streiten. Ich persönlich glaube, A-Ware sind Güter ohne optische und technische Mängel. Also quasi Nicht-B-Ware. Einer unserer Lieferanten sieht das wohl anders.

Quotending

Bei der heutigen Notebook-Lieferung hatte ich 60% der Geräte zu bemängeln. Pixelfehler, Gehäusebrüche und farbstichige Displays gehören meiner Meinung nach eben nicht zu den Merkmalen eines A-Ware-Notebooks.
Während ich jetzt also der Meinung bin, man solle das bekommen, was man bestellt, ist der Herr Lieferant der Meinung, 40% Top-Geräte wären doch schon eine gute Quote und wir wären viel zu pingelig.

Meinung: revidiert.

Mit meiner oben zum Ausdruck gebrachten Meinung scheine ich ziemlich allein zu sein. Also: überdenken. Und damit wir alle was lernen, fasse ich dann hier mal die aktuellen Definitionen zusammen, denn A-Ware ist nicht gleich A-Ware. Da gibt es also noch Abstufungen:

  • A-Ware. Punkt.
  • A-Ware, Typ »Drück-ein-Auge-zu«, formerly known as B-Ware
  • A-Ware, Typ Hardcore, formerly known as C-Ware
  • B-Ware, formerly known as »Zu-verschenken-an-Bastler«
  • C-Ware oder »Kernschrott, mit dem kein Mensch mehr irgendwas anfangen kann«

Es ist halt wie immer. Wenn man nichts erwartet, wird man sicher nicht enttäuscht…


Tach, Kundschaft! – Teil 2

Heute: Willkommen in den Weiten des Internet!


Bevor ich mit der heutigen Folge von Tach, Kundschaft! beginne, möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich’s ja von vornherein gesagt habe: Das wird eine Serie. Es konnte einfach nicht anders sein. Das Leben ist manchmal wirklich fürchterlich berechenbar…

Ein jedes Klingeln verheißt Unheil

Das Telefon schrillt und entkonzentriert mich. Keine Nummer im Display. Mein Spinnenrsinn wittert Gefahr. Das kann nur ein Kunde sein. Ich will nicht. Ich hab hier zu arbeiten. Meine ToDo-Liste hat fast alle Einträge mittlerweile in rot markiert. So wird das nix. Woher wissen die immer, wann ich am produktivsten bin? Verfluchte Brut…

Und es kam schlimmer

Am Telefon ist eine Kundin. Sie will einen Onlineshop. Sie will im Internetz Kosmetik verkaufen. Super Idee. Ist ja mal was Neues. Macht ja sonst keiner. Egal.


Erstmal rausfinden, was sie wirklich will. Ich Idiot.
Sie will einen Shop. So viel ist klar. Wichtiger ist aber, was sie nicht will: sich outen. Sie will kein Impressum! Sie will nicht, dass jemand rausfindet, dass sie die Plörren1 online verramscht und ihren Kunden im Laden richtig Kohle dafür aus der Tasche zieht.


Es ist immer blöd, Kunden mit der harten Realität zu konfrontieren, aber manchmal muss das sein – für das eigene Seelenheil.

Sie kontert über den Preis

Nach einigem hin- und her kommt dann, was kommen muß. »Was kostet mich das denn?«, fragt sie und bereitet das Schachmatt vor.
Wie das bei Angeboten zu Websites nun mal so ist, schlagen wir ein Treffen vor, um den genauen Bedarf zu klären. Wie hoch ist der Aufwand für die Programmierung, die Datenübernahme und nicht zuletzt die Gestaltung.


Darauf hatte sie scheinbar nur gewartet. Gestaltung? Bei einer Website? Ist doch kein Aufwand! Wieso sollte das was kosten?
Sie bereitet den Final Move vor. »Die Gestaltung mache ich in einer halben Stunde!«








»Also. 500 Euro?«








Headshot!
»Dämliche Kuh! Komm’ erstmal wieder zu Dir! Merkst Du eigentlich noch irgendwas? Wenn man von etwas keine Ahnung hat, dann hält man vielleicht besser mal den Rand! Ich erzähl’ Dir doch auch nix über Kosmetik!«, möchte ich ins Telefon brüllen – aber stattdessen schlägt Chef nochmal ein Treffen vor, um die Modalitäten zu klären. Wie kann der Mann so ruhig bleiben?
Im nächsten Satz erklärt er ihr, er wäre möglicherweise nicht im Laden, wenn sie vorbeikommt – aber der Kollege könne das genausogut. Er grinst mich an. Ist Leck mich, Du Sack! eine brauchbare Formulierung für eine Kündigung?

As time goes by

Stunden später habe ich mich wieder gefangen. So schlimm wird’s nicht werden. Die letzten Kunden haben mir die Textvorlagen als Excel-Dokumente geschickt und behauptet Arial in Kombination mit Comic Sans ergäbe ein frisches Design und das wäre mal was anderes, was nicht jeder macht. Was soll also schon passieren? Reiß’ ich mich halt zusammen und bau eine Website mit magentafarbener Schrift auf türkisfarbenem Hintergrund. Ein paar animierte Gifs…


Geht auch schneller. Wenn man Qualität will, wird nie was fer

  1. Artikel, Teile, Gegenstände, Dinge []